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AJC fordert die Einbeziehung der Studie zur NS-Geschichte des Auswärtigen Amtes in den Schulunterricht
Das American Jewish Committee (AJC) appelliert an die Kultusministerien der Bundesländer die jüngst veröffentlichte Studie der internationalen Historikerkommission zur NS-Geschichte des Auswärtigen Amtes in die   Lehrpläne für den Geschichtsunterricht zu integrieren

„Deutsche Schulkinder sollen eine bessere Möglichkeit bekommen, die Beteiligung eines der zentralen Ministerien an den Verbrechen des Nazi-Regime zu verstehen“, sagte Deidre Berger, Direktorin des AJC Berlin/Ramer Institut für Deutsch-Jüdische Beziehungen. „Diese beeindruckende Studie verwirft den Mythos eines vermeintlich weit verbreiteten Widerstands innerhalb des Auswärtigen Amtes während der Zeit des Nationalsozialismus."

Nichts desto trotz gab es eine Gruppe engagierter Diplomaten, deren oppositionelle Haltung sich in dem dennoch missglückten Attentat gegen Adolf Hitler am 20. Juli 1944 zeigte.

Die Studie zeigt in detaillierter Form in welchem Ausmaß das Außenministerium an den NS-Verbrechen mitwirkte. So stießen Historiker u.a. auf ein Dokument, geschrieben von einem damaligen hochrangigen Diplomaten, zur "Endlösung" in Serbien.

Das American Jewish Committee begrüßt zugleich die Entscheidung von Bundesminister Guido Westerwelle, die Studie in den Lehrplan der Diplomatenausbildung einzubeziehen. Vor dem Hintergrund der Studie fordert das AJC das Auswärtige Amt gleichzeitig auf, Nachrufe auf verstorbene Diplomaten wie auch die Traditionspflege sorgfältigste zu überprüfen.

Die Forschungsergebnisse, die im Rahmen der fünfjährigen Studie erarbeitet wurden, thematisieren den Umgang mit der NS-Vergangenheit von Beamten und Politikern, die nach dem alliierten Sieg ihre diplomatische Karriere beginnen bzw. fortführen konnten.

Bereits in den 50er Jahren prangerte das AJC den Umstand personeller Kontinuitäten auf Seiten der Bundesregierung als demokratiegefährdend an. So hat das AJC im Juni 1951 in einem Bericht unter dem Titel "Der Status von Demokratie in West-Deutschland", die Adenauer-Regierung auf erhebliche Mängel während des Entnazifizierungsprozesses hingewiesen. Diese ermöglichten nicht zuletzt die skandalöse Ernennung des Kommentators der „Nürnberger Gesetze“ Hans Globke zum Staatssekretär im Bundeskanzleramt.


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