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American Jewish Committee ist besorgt über Wahlausgang in Ungarn

PRESSEMITTEILUNG

12. April 2010 – Berlin – Mit großer Besorgnis hat das American Jewish Committee den Ausgang der gestrigen  Parlamentswahlen in Ungarn zur Kenntnis genommen, bei der die rechtsextreme Partei Jobbik 16,7 % der Stimmen erhalten hat. "Diese Partei hetzt offen gegen Roma, Juden und Homosexuelle", stellt Deidre Berger, Direktorin des Berliner Büros des AJC, fest.
 
"Es ist ein trauriger Tag für eine demokratische Gesellschaft, wenn eine Partei ins Parlament gewählt wird, die gegen Minderheiten hetzt und sich des Antisemitismus bedient. Das Wahlergebnis in Ungarn ist alarmierend", so Berger und ergänzt: "Ich appelliere an die zukünftige ungarische Regierung unter Viktor Orban den Schutz von Minderheiten sicherzustellen. Angesichts der jüngsten Angriffe auf Roma und Juden in Ungarn sollte das Engagement gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus mehr staatliche und gesellschaftliche Unterstützung bekommen".   
 
Vertreter der Partei Jobbik bedienen sich regelmäßig einer rassistischen und antisemitischen Rhetorik. Darüber hinaus dient der Partei Jobbik die paramilitärischen "Ungarische Garde" als Schutztruppe. Nach deren gerichtlichen Verbot 2009 benannte sie sich in "Neue Ungarische Garde" um. Mit ihren schwarzen Uniformen und rot-weißen Halstüchern beziehen sie sich auf die faschistischen Pfeilkreuzler. Die Pfeilkreuzler waren während des 2. Weltkriegs direkt für Pogrome gegen Juden verantwortlich und halfen darüber hinaus 1944 aktiv den Nationalsozialisten bei der Deportation der ungarischen Juden nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager.

Von den 825.000 Personen, die als Juden galten und in Ungarn innerhalb der Grenzen von 1941-45 lebten, kamen im Holocaust etwa 565.000 ums Leben, während nur 260.000 die Kriegsjahre überlebten.
Die jüdische Gemeinschaft in Ungarn zählt heute über 80.000 Mitglieder.



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