PRESSEMITTEILUNG
Dezember 6, 2009. – Das American Jewish Committee (AJC) trauert um Graf Otto Lambsdorff, einer der herausragenden deutschen Politiker der Nachkriegszeit. Er war 82 Jahre alt.
„Wir werden Graf Lambsdorff weisen Rat, scharfe politische Analyse und sein enormes Engagement für Demokratie, Freiheit und die transatlantische Beziehung vermissen“, sagte David Harris, Geschäftsführer des AJC. Als ein langjähriger Freund des AJC war Graf Lambsdorff ein Mitglied im Beirat des Berlin AJC Büros /Ramer Institute for German-Jewish Relation.
Einer der bedeutendsten Erfolge Graf Lambsdorffs’ war die Errichtung des Entschädigungsfond für Sklaven und Zwangsarbeiter. Beauftragt im Jahr 1999 vom Bundeskanzler Gerhard Schröder im Namen der Bundesregierung mit deutschen Firmen über ihre Beteiligung am Entschädigungsfond zu verhandeln, war Graf Lambsdorff maßgeblich an der Verabschiedung des Bundesgesetzes beteiligt, welches bis heute die Entschädigung von 1.66 Millionen Überlebenden des brutalen Sklaven und Zwangsarbeiterprogramms des Nazi-Regimes ermöglicht hat.
Das AJC Berlin Office hatte eine wichtige Rolle bei der Veröffentlichung der Namen von Firmen gespielt, die während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter beschäftigt hatten.
Als ein Mitglied des Deutschen Bundestags von 1972 bis 1998 war Otto Graf Lambsdorff Bundeswirtschaftsminister, Vorsitzender der Freien Demokratischen Partei und der Friedrich-Naumann Stiftung. Er war ein Transatlantiker, der unermüdlich die deutsch-amerikanische Beziehung vorantrieb.
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