PRESSEMITTEILUNG
1. Dezember 2009 – New York. Das AJC ist bestürzt über de Ausgang der schweizer Volksabstimmung am 29. November, wodurch keine Minarette an neuen Moscheen mehr gebaut werden dürfen. Das Volksbegehren wurde stark von der extrem rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei unterstützt, die bereits vielfach gegen Immigranten und Minderheiten agitiert hat.
„Das Ergebnis der Volksabstimmung ist ein Angriff auf den Grundwert des gegenseitigen Respekts,“ sagte AJC Geschäftsführer Richard Harris. „Natürlich gibt es in Europa verständliche Sorge über den extremistischen Islamismus. Doch kann sie nicht legitim durch einen grundsätzlichen Angriff auf muslimische Gemeinden und ihre religiösen Symbole ausgedrückt werden.“
Fast 60% der Wähler stimmten für das Verbot. Zu den Organisationen, die das Begehren ablehnten gehört auch der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, mit der das AJC ein Assoziationsabkommen unterhält.
Muslime machen ungefähr 5% der schweizer Bevölkerung aus, die Mehrzahl kommt aus dem ehemaligen Jugoslawien. Auch haben viele schweizer Muslime türkische Wurzeln, sie kamen vor einigen Jahrzehnten ins Land.
„Für die Schweizer Volkspartei, wie für viele rechte Parteien in Europa, ist jede Gruppe ein Angriffsziel, die sich durch Aussehen, Sprache, kulturelle oder religiöse Traditionen unterscheiden,“ sagte Harris. „Im Namen von Pluralismus und Demokratie stellen wir uns fest gegen diese Politik der Hetze.“ |